2. September 2026

Sehtests für die Polizeiausbildung: Anforderungen, Ablauf und Vorbereitung

Sehtests für die Polizeiausbildung: Anforderungen, Ablauf und Vorbereitung

Ein einziger Buchstabe auf der Sehtafel kann darüber entscheiden, ob der Traum vom Polizeidienst beginnt oder endet. Viele Bewerberinnen und Bewerber bereiten sich monatelang auf Sporttest und Diktat vor – und stolpern dann ausgerechnet über die Augenuntersuchung, weil sie ihre eigenen Sehwerte gar nicht kennen. Dabei lassen sich böse Überraschungen mit ein wenig Vorlauf fast immer vermeiden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Werte gefordert sind, wie die Untersuchung abläuft und wie Sie sich in Berlin gezielt vorbereiten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Untauglich ist laut Merkblatt des Bundeskriminalamts unter anderem, wer unkorrigiert auf einem Auge weniger als 0,5 (vor dem 20. Lebensjahr) bzw. weniger als 0,3 (ab 20 Jahren) sieht.
  • Eine Brille oder Kontaktlinse ist grundsätzlich erlaubt, solange damit mindestens Visus 0,8 (80 Prozent Sehschärfe) erreicht wird.
  • „Die finale, umfassende Untersuchung deiner gesundheitlichen Diensttauglichkeit findet dennoch später im Auswahlverfahren statt. Der Sehtest (inklusive Farb- und Stereotest) wird standardmäßig kostenlos direkt am Auswahltag durch den polizeiärztlichen Dienst in der Radelandstraße 21, 13589 Berlin durchgeführt.
  • Kontaktlinsen sollten mindestens 24 Stunden vor der Untersuchung weggelassen werden, damit das Auge auf die Brille umgestellt ist.
  • Ein Vorab-Sehtest beim Augenoptiker ist die beste Generalprobe, um die eigenen Werte vor dem Ernstfall zu kennen.

Lesezeit: 8 Minuten

Inhaltsverzeichnis

  1. Warum der Sehtest bei der Polizeiausbildung so entscheidend ist
  2. Welche Sehwerte gefordert sind: Sehschärfe, Farbsehen und Grenzwerte
  3. So läuft die polizeiärztliche Sehuntersuchung ab
  4. Richtig vorbereiten: Was Sie vor dem Sehtest beachten sollten
  5. Die passende Brille für den Polizeidienst: Sitz, Stabilität und Funktion

Warum der Sehtest bei der Polizeiausbildung so entscheidend ist

Die Augen sind im Polizeidienst ein Arbeitswerkzeug – vom Erkennen eines Kennzeichens in der Dämmerung bis zur schnellen Lagebeurteilung im Einsatz. Deshalb ist die Sehleistung ein fester Bestandteil der polizeiärztlichen Diensttauglichkeitsprüfung.

Wer zur Polizei möchte, durchläuft eine umfassende medizinische Untersuchung. Die Sehprüfung gehört dabei zu den Punkten, an denen überraschend viele Bewerbungen scheitern – nicht, weil die Anforderungen unerfüllbar wären, sondern weil eine unentdeckte Fehlsichtigkeit erst im Untersuchungsraum auffällt. Dann ist es für eine Korrektur oft zu spät.

Gerade jüngere Bewerber unterschätzen das Risiko. Der Anteil der Brillentragenden bei den 20- bis 29-Jährigen ist zwischen 2019 und 2024 von 35 auf 29 Prozent gesunken (Allensbach-Brillenstudie 2024/25). Ein Teil dieses Rückgangs erklärt sich damit, dass viele Sehtests aufschieben – wodurch leichte Fehlsichtigkeiten schlicht unbemerkt bleiben, bis sie im Bewerbungsverfahren zum Problem werden.

Achten Sie deshalb auf typische Warnsignale, dass Ihr Sehvermögen überprüft gehört. Wer sie kennt, kann rechtzeitig reagieren, statt sich auf ein gutes Gefühl zu verlassen.

  • Zusammenkneifen der Augen, um in die Ferne scharf zu sehen
  • Größerer Leseabstand oder Textvergrößerung am Smartphone
  • Brennende, müde Augen nach Bildschirmarbeit
  • Häufige Kopfschmerzen, besonders am Abend

Unsere klare Empfehlung: Warten Sie nicht bis zur amtlichen Untersuchung. Ein Vorab-Sehtest beim Augenoptiker kostet wenig Zeit und verschafft Ihnen Gewissheit über Ihre echten Werte – lange bevor es zählt.

Welche Sehwerte gefordert sind: Sehschärfe, Farbsehen und Grenzwerte

Die entscheidende Größe ist nicht der Dioptrienwert, sondern der Visus – also die messbare Sehschärfe. Hier lohnt der Blick auf die konkreten Grenzwerte.

Unterschieden wird zwischen unkorrigierter Sehschärfe (ohne Brille) und korrigierter Sehschärfe (mit Sehhilfe). Beide Werte spielen eine Rolle. Laut dem Merkblatt Polizeidiensttauglichkeit des Bundeskriminalamts liegt Untauglichkeit unter anderem dann vor, wenn die unkorrigierte Sehschärfe auf einem Auge unter 0,5 (vor Vollendung des 20. Lebensjahres) bzw. unter 0,3 (ab dem 20. Lebensjahr) liegt.

Testbrillengestelle und Augenklappen auf einem Tablett in einem Augenoptik-Untersuchungsraum.

Eine Sehhilfe ist ausdrücklich zulässig. Wer mit Brille oder Kontaktlinse mindestens Visus 0,8 – also 80 Prozent Sehschärfe – erreicht, erfüllt die korrigierte Anforderung (Testhelden). Die Brille muss dabei gut sitzen und die Sicht nicht beeinträchtigen – ein starkes Argument für stabile, präzise angepasste Fassungen statt einer alten Ausweichbrille aus der Schublade.

Neben der reinen Schärfe zählen weitere Prüfpunkte: Stereosehen (räumliches Sehen), Nachtsehvermögen und der Ausgleich zwischen beiden Augen. Unterscheiden sich die Werte beider Augen zu stark, kann das ebenfalls relevant werden – ein Grund, beide Augen einzeln testen zu lassen.

Farbsehen: ein eigener Prüfpunkt Etwa 8 Prozent der Männer, aber nur 0,4 Prozent der Frauen sind von einer Rot-Grün-Schwäche betroffen. Für Sie heißt das konkret: Falls Sie unsicher sind, lassen Sie das Farbunterscheidungsvermögen vorab prüfen – eine leichte Rot-Grün-Schwäche merkt man im Alltag oft gar nicht. Quelle: PRO RETINA Deutschland

Der Farbsehtest prüft, ob Sie Farben zuverlässig unterscheiden können – etwa bei Zahlentafeln. Eine ausgeprägte Rot-Grün-Schwäche kann je nach Laufbahn und Land ein Ausschlussgrund sein, während leichte Formen häufig unproblematisch bleiben. Klarheit bringt nur ein Test.

So läuft die polizeiärztliche Sehuntersuchung ab

Wer weiß, was ihn erwartet, geht deutlich entspannter in den Termin. Die Sehuntersuchung folgt einem festen Ablauf.

  1. Sehschärfe: Ablesen einer Sehtafel, in der Regel mit und ohne Sehhilfe, für jedes Auge getrennt.
  2. Farbsehen: Erkennen von Zahlen oder Mustern auf Farbtafeln zum Nachweis des Farbunterscheidungsvermögens.
  3. Räumliches Sehen: Prüfung des Stereosehens, das für Entfernungseinschätzung wichtig ist.
  4. Nachtsehen und Gesichtsfeld: Je nach Verfahren zusätzliche Tests zu Dämmerungssehen und peripherer Wahrnehmung.

Wichtig ist, dass mit und ohne Sehhilfe getestet wird. Deshalb genügt es nicht, sich nur auf die Brille zu verlassen – auch Ihre unkorrigierten Werte werden dokumentiert. Bringen Sie Ihre aktuelle Brille mit und, falls vorhanden, Nachweise über frühere Augenkorrekturen oder eine Laserbehandlung.

Rechtlich hat sich beim Thema Eignung einiges bewegt: Gesundheitliche Eignungsvoraussetzungen unterliegen nach neuerer Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts der vollen gerichtlichen Überprüfung, sodass pauschale Ausschlussgründe für Gerichte nicht mehr uneingeschränkt bindend sind. Eine Ablehnung allein wegen eines Grenzwerts muss also nicht das letzte Wort sein – im Zweifel lohnt eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.

Richtig vorbereiten: Was Sie vor dem Sehtest beachten sollten

Ein paar einfache Regeln entscheiden darüber, ob Ihr Test verwertbar ist – und ob das Ergebnis Ihre tatsächliche Sehleistung widerspiegelt.

Der wichtigste Punkt zuerst: Lassen Sie Kontaktlinsen mindestens 24 Stunden vorher weg. Das Auge braucht Zeit, sich auf die Brille umzustellen; andernfalls ist der Sehtest nicht verwertbar (Polizeitest.de). Tragen Sie in den Tagen davor also konsequent Ihre Brille.

Kontaktlinsenbehälter und Brille liegen abends nebeneinander auf einem Tisch.
  • Augenpartie ungeschminkt lassen, damit die Untersuchung nicht beeinträchtigt wird.
  • Aktuelle, gut sitzende Sehhilfe verwenden – keine veralteten Werte aus einer alten Brille.
  • Ausgeruht erscheinen: Übermüdung und lange Bildschirmzeit direkt davor verschlechtern die Messung.
  • Nachweise mitnehmen: frühere Rezepte, Gutachten oder Belege über Augenkorrekturen.

Betrachten Sie einen Vorab-Sehtest als Generalprobe. In unserem umfassenden Sehtest- und Serviceangebot messen wir Ihre Werte in Ruhe und erklären sie verständlich – inklusive Empfehlung, ob und wie eine Korrektion die geforderten Grenzwerte sicher erreicht. So vermeiden Sie, dass ein knapper Wert Sie am Untersuchungstag kalt erwischt.

Kleiner Vorsprung, große Wirkung Wer seine unkorrigierten und korrigierten Werte schwarz auf weiß kennt, kann gezielt handeln – etwa rechtzeitig eine passende Brille anfertigen lassen. Diese Vorbereitung kostet ein paar Tage, kann aber über die gesamte Bewerbung entscheiden.

Die passende Brille für den Polizeidienst: Sitz, Stabilität und Funktion

Ist eine Sehhilfe nötig, kommt es auf mehr als die richtige Stärke an. Eine Diensttaugliche Brille muss halten, was sie verspricht – im wörtlichen Sinn.

Eine Brille für den aktiven Dienst sollte stabil, passgenau und rutschfest sitzen und die Sicht nicht einschränken. Bei Bewegung, Sport und Einsatzsituationen darf nichts verrutschen. Robuste Fassungen mit sicherem Sitz sind deshalb keine Stilfrage, sondern eine Funktionsfrage – und ein Grund, die Fassung fachkundig anpassen zu lassen statt online auf gut Glück zu bestellen.

Für den Innendienst und ältere Bewerber spielen weitere Lösungen eine Rolle. Jeder fünfte Fehlsichtige nutzt bereits eine spezielle Bildschirmbrille, und die Gleitsichtbrille ist mit rund 40 Prozent die verbreitetste Korrektionsform (Allensbach-Brillenstudie 2024/25). Wer viel am Monitor arbeitet oder eine Alterssichtigkeit ausgleicht, profitiert von einer auf den Arbeitsplatz abgestimmten Lösung.

Hier zahlt sich individuelle Anpassung aus. In unserer hauseigenen Brillenwerkstatt in Berlin fertigen und justieren wir Fassungen direkt vor Ort – transparent, mit über 35 Jahren Berufserfahrung und der Möglichkeit, bei der Arbeit zuzusehen. Bei Beschädigungen restaurieren und reparieren wir zudem, vom Laserschweißen bis zur passgenauen Neueinschleifung der Gläser.

Checklisten-Visual: Sehtests für die Polizeiausbildung: Das müssen Sie wissen

Ihre Vorbereitung auf den Polizei-Sehtest

Wochen vorher

  • [ ] Vorab-Sehtest beim Augenoptiker machen und eigene Werte notieren
  • [ ] Unkorrigierte und korrigierte Sehschärfe je Auge kennen
  • [ ] Farbunterscheidungsvermögen prüfen lassen
  • [ ] Bei Bedarf aktuelle, gut sitzende Brille anfertigen lassen

Tage vorher

  • [ ] Kontaktlinsen mindestens 24 Stunden vorher weglassen und Brille tragen
  • [ ] Ausreichend Schlaf einplanen, lange Bildschirmzeiten reduzieren
  • [ ] Nachweise über frühere Korrekturen oder Gutachten heraussuchen

Am Tag der Untersuchung

  • [ ] Aktuelle Brille mitbringen
  • [ ] Augenpartie ungeschminkt lassen
  • [ ] Ausgeruht und pünktlich erscheinen

Tipp: Speichern Sie diese Checkliste als Screenshot!

Fazit: So bestehen Berliner Polizeibewerber den Sehtest ohne böse Überraschung

Der Sehtest für die Polizeiausbildung ist kein Glücksspiel, sondern gut planbar. Wer seine Werte kennt, die Vorbereitungsregeln beachtet und bei Bedarf eine passgenaue Brille trägt, geht mit klarem Vorsprung in die Untersuchung. Die meisten bösen Überraschungen entstehen nicht durch zu schlechte Augen, sondern durch fehlende Information.

Ihre nächsten Schritte:

  1. Eigene Sehwerte bei einem Vorab-Sehtest ermitteln lassen
  2. Farbunterscheidungsvermögen prüfen, wenn Sie unsicher sind
  3. Bei Bedarf eine stabile, gut angepasste Brille anfertigen lassen
  4. Kontaktlinsen 24 Stunden vor der Untersuchung weglassen

Vereinbaren Sie einen Termin bei Blue Eyes – Optik in Berlin und klären Sie Ihre Sehwerte, bevor es zählt: +49 030 25091409.

Häufig gestellte Fragen

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